Der Oktober-Patchday war für viele Microsoft-Produkte der letzte. Seit dem 13. Oktober 2026 erhalten sie keine Sicherheitsupdates mehr. Das gilt auch dann, wenn Angreifer eine Lücke bereits aktiv ausnutzen, wie zuletzt bei der Windows-Shell-Lücke CVE-2026-96951.
Die Systeme laufen weiter. Aber jede neu entdeckte Schwachstelle bleibt ab jetzt dauerhaft offen.
Produkte ab jetzt ohne Updates:
| Produkt | Status | Nachfolger |
| Windows Server 2012/2012R2 | Extended Security Updates beendet | Windows Server 2022 / 2025 |
| Windows 10 | Übergangsfrist (ESU Jahr 1) ausgelaufen | Windows 11 |
| Windows 11 24H2 Home/Pro | keine Updates mehr | Windows 11 25H2 |
| Office LTSC 2021 | keine Updates mehr | Microsoft 365 / Office LTSC 2024 |
Zu Windows Server: Server 2012 ist endgültig ohne Updates, auch die kostenpflichtige Verlängerung ist ausgelaufen. Ein Server ohne Updates ist deutlich gefährlicher als ein einzelner PC. Er hält Daten, Benutzerkonten und oft den Zugang zum gesamten Netzwerk. Wird er kompromittiert, ist meist das ganze Unternehmen betroffen.
Besonders wichtig: Windows Server 2016 folgt am 12. Januar 2027. Das sind weniger als drei Monate. Server 2016 ist in vielen Unternehmen noch im Einsatz, oft als Domain Controller, Fileserver oder Terminalserver. Eine Servermigration braucht Planung, Hardware und ein Wartungsfenster. Wer jetzt nicht anfängt, wird knapp.
Zu Windows 10: Die Übergangsfrist ist vorbei. Wer für das erste Jahr bereits Extended Security Updates (ESU) gekauft hat, kann um ein weiteres Jahr verlängern. Der Preis hat sich allerdings verdoppelt und liegt bei rund 158 Euro netto pro Gerät. Wer bisher kein ESU hatte und jetzt einsteigen will, muss das abgelaufene Jahr nachkaufen. Das sind rund 237 Euro netto pro Gerät für ein weiteres Jahr Updates.
Beides verschiebt das Problem nur. Unsere Empfehlung ist deshalb eindeutig: jetzt auf Windows 11 umsteigen. Erfüllt die Hardware die Voraussetzungen nicht, ist der Austausch die wirtschaftlichere Lösung.
Zu Windows 11 24H2: Hier ist kein Neukauf nötig. Das kostenlose Upgrade auf eine aktuelle Version reicht. Es muss aber durchgeführt werden.
Was noch kommt
- Exchange Server 2016 und 2019: Die letzte Phase der Sicherheitsupdates endet am 31. Oktober. Wer seinen Mailserver noch selbst betreibt, muss jetzt entscheiden: Umstieg auf Exchange Online oder auf Exchange Server SE.
- Windows 11 23H2 Enterprise/Education: keine Updates mehr ab 10. November.
- Windows Server 2016: Support-Ende am 12. Januar 2027. Jetzt Migration planen.
- Windows Server 2022: befindet sich seit Oktober nur noch im erweiterten Support. Sicherheitsupdates gibt es weiterhin, Verbesserungen und neue Funktionen nicht mehr. Das ist kein akuter Handlungsbedarf, aber ein Punkt für die Planung.
Das Risiko beim Weiterbetrieb
- Sicherheit: Ungepatchte Systeme sind das bevorzugte Ziel von Angreifern. Lücken in alten Versionen werden oft gezielt gesucht, weil klar ist, dass sie nie geschlossen werden.
- Cyberversicherung: Viele Versicherer fragen nach dem Einsatz nicht mehr unterstützter Software. Im Schadensfall kann das die Leistung gefährden.
- Compliance: Unter NIS2 und vergleichbaren Vorgaben gehört aktuelles Patch-Management zum Stand der Technik. Systeme ohne Support sind dort schwer zu rechtfertigen.
Fazit
Das Support-Ende kommt nicht überraschend, aber es ist jetzt da. Wer noch Server 2012 oder 2016, Windows 10 oder einen eigenen Exchange-Server betreibt, sollte nicht bis zum nächsten Sicherheitsvorfall warten. Je früher geplant wird, desto günstiger und ruhiger läuft der Umstieg.